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Beerdigung


Kosten der Beerdigung

Die Kosten der standesgemäßen Beerdigung sind unabhängig davon zu erstatten, dass solche Kosten zu einem anderen Zeitpunkt ohnehin angefallen wären. Das Gesetz verwehrt in § 844 Abs. 1 BGB und in den inhaltsgleichen Normen bei einer Gefährdungshaftung dem Schädiger und seiner Haftpflichtversicherung den Einwand, die getötete Person würde alsbald oder in kurzer Zeit wegen eines schlechten Gesundheitszustandes verstorben sein.

Ersatzberechtigt sind die Erben oder diejenigen, die an deren Stelle eintreten. Die Ersatzfähigkeit ist nach dem Maß des § 1968 BGB an den Ausgaben für eine den individuellen, wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende, nach der Lebensstellung und den Gepflogenheiten, dem eigenen Kulturkreis angemessene Bestattung auszurichten.

Ausgleichsfähig sind:

  • Kosten der Bestattungsfeier und des Beerdigungsaktes mit Nebenkosten,
  • Kosten der Herrichtung der (Einzel-) Grabstätte,
  • Kosten einer angemessenen Überführung an den Heimatort,
  • Kosten für Blumen, Kränze, Erstbepflanzung,
  • Kosten für Traueranzeigen, Danksagungen,
  • Kosten der Sterbeurkunde, wenn ein Nachweis erforderlich ist,
  • Anschaffungskosten für Trauerkleidung der nächsten Angehörigen (Ehepartner, Kinder), wobei die Einsparung bei anderer Kleidung gegenzurechnen sein kann.


Zu den erstattungsfähigen Beerdigungskosten gehören nicht die Grabpflege- und Instandsetzungskosten, die Kosten für eine Doppel- oder Familiengrabstätte, z.B. volle Kosten für ein Grabdenkmal mit einer gesonderten Figur aus Bronze, die Kosten für einen Erbschein, die Aufwendungen für eine Reise, die wegen der psychischen Belastung durch die Tötung des Angehörigen unterbleibt und regelmäßig nicht die Reisekosten naher Angehöriger zur Beerdigungsfeier.

Kosten für einen Erbschein, eine Testamentseröffnung, eine Testamentsvollstreckung oder gar für einen Steuerberater betreffen den Nachlass und die Erben, die als mittelbar Geschädigte dazu nicht anspruchsberechtigt sind.

Berechnungen ermöglicht Pardey, Berechnung von Personenschäden, 4. Auflage 2010, Rn. 3475.